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SAVOIR-VIVRE, März 2011
Logieren wie Kaiserin Sissi

Im ehrwürdigen Hotel „Kaiserhof Victoria“ stieg einst der europäische Hochadel ab. Heute ist das First-Class-Hotel eine der ersten Adressen in Bad Kissingen - mit fundier- ten Wellness-Anwendungen und Kulinarik vom Feinsten.
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BAD KISSINGEN
Vier Sterne für das Hotel Kaiserhof Victoria

(far) Ein bisschen Stolz zeigt Christian Weghofer schon, wenn er das schwere Schild in seinen Händen wiegt. Die vier Sterne, die der 42-jährige Hoteldirektor für das Kaiserhof Victoria jetzt vorweisen kann, haben Gewicht. Wie viel, das drückt sich nicht nur in Kilogramm aus. Das Schild ist zwar dick und ganz aus Metall. Noch schwerer aber wiegt die Klassifizierung für die Reputation. Ein Hotel in der Größenordnung des 160-Betten-Hauses brauche einfach eine Klassifizierung, meint Weghofer. Seiner Erfahrung nach legen auch immer mehr Gäste Wert darauf.



Gloria Victoria: Christian Weghofer, Direktor des Hotels Kaiserhof Victoria, mit dem Schild, das die vier Sterne anzeigt, mit denen sein Haus von der Dehoga klassifiziert worden ist.

160-Betten-Haus
Das Verfahren der Klassifizierung habe etwa ein halbes Jahr gedauert, blickt der gebürtige Österreicher zurück. Die 63 Mitarbeiter des Hotels – Aushilfen sind in die Zahl eingerechnet – hätten sich in den vergangenen Monaten ganz schön ins Zeug gelegt, um die Prüfungskommission des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) zu überzeugen.
Die Anstrengung lohne sich aber. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Weghofer, ohne zu verhehlen, dass noch nicht alle Ziele auf diesem Weg erreicht sind. Sein Haus habe sich in der jüngeren Vergangenheit deutschlandweit positioniert. Auch im Tagungsgeschäft, habe er das Victoria inzwischen „gut etabliert“. Der weiteren Entwicklung sehe er optimistisch entgegen. Zumal es doch auch für den Standort Bad Kissingen als Ganzes mal „eine Kehrtwende“ geben müsse.
2009 habe der Kaiserhof Victoria an die 40 000 Übernachtungen verzeichnet, berichtet der Hoteldirektor. Heuer werde das Ergebnis sicherlich „wesentlich besser“ ausfallen, ergänzt er, „und zwar sowohl von der Auslastung als auch von der Wirtschaftlichkeit her“.

Dass die vier Sterne – vorher war das Victoria überhaupt nicht klassifiziert – wegen der bevorstehenden Schließung des unmittelbar benachbarten Steigenberger Kurhaushotels in eine günstige Zeit fallen, will Weghofer nicht umstandslos unterschreiben. „Mir wär's lieber gewesen, wenn das Steigenberger geblieben wäre.“ Eine leer stehende Immobilie an dieser Stelle schade dem Gesamteindruck am Kurgarten enorm. Wenn da zum Beispiel ein Tagestouristen vom Zentrum her komme, „sagt der sich, da brauchst du gar nicht weiter zu gehen.“

Neues in der Hotellandschaft
Vorsichtig zurückhaltend äußert Christian Weghofer sich auch auf die Frage nach der Einordnung des Kaiserhofs Victoria in die Kissinger Hotellandschaft. Da seien im Moment einige Unwägbarkeiten. Der Kissinger Hof sei als Hotel weggefallen. Und was die weitere Entwicklung bei Fürstenhof und Schweizerhaus sowie beim Steigenberger bringt, müsse man abwarten. „In einem Jahr kann man die Lage bestimmt besser beurteilen.“



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Breit gefächert am Hotelmarkt positionieren

Wohin der neue Geschäftsführer mit dem Kaiserhof Victoria will

Bad Kissingen (far) Christian Weghofer hat im Hotel Victoria keine leichte Aufgabe angetreten, das weiß er selber. In Zeiten der Krise ein Hotel am Markt zu platzieren, das bis vor einigen Monaten noch Kurklinik war, heißt bei Null beginnen. Da müsse man sich praktisch alles neu erarbeiten, so der 41-jährige. Anfang Juli hat der Österreicher seine Aufgabe als Geschäftsführer des Hauses an der Kurhausstraße angetreten. Und er hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. 70 Prozent Auslastung wolle er erreichen, sagt er. In den nächsten ein bis zwei Jahren. Und das in einem Kurort, der bereits das eine oder andere Hotelzimmer vorweisen kann. Umsetzen will Weghofer das Ziel unter anderem mit intensiveren Anstrengungen im Verkauf. Dazu werde im Haus eine eigene Abteilung eingerichtet. Die Stelle eines Sales Managers ist ausgeschrieben. Auch auf Messen werde man sich demnächst präsentieren.

Um am Markt „ordentlich positioniert“ zu sein, sagt Weghofer, müsse das Angebot des Hauses möglichst „breit gefächert“ sein. Deshalb werde man Individualreisende ebenso ansprechen wie Gruppenreisende und Tagungsgäste.

Suchen werde sich das Victoria seine Gäste sowohl auf dem deutschen als auch auf dem internationalen Markt. Was die Tagungen angeht, setzt Weghofer vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Staatsbad GmbH und deren Raumangebot in den unmittelbar gegenüber gelegenen Kurgebäuden. Im Übrigen wolle sich das Victoria auf für die Kissinger noch weiter öffnen. Künftig gebe es jeden ersten Sonntag im Monat Brunch. Außerdem wolle er das Victoria als Haus für Feste und Veranstaltungen in Bad Kissingen etablieren.

Daten & Fakten
Der Kaiserhof Victoria hat nach Angaben von Geschäftsführer Christian Weghofer 160 Zimmer und zurzeit 50 Beschäftigte. Hotel ist der Kaiserhof erst seit vergangenem Dezember. Davor war das prominent gelegene Haus bis zu einer Insolvenz viele Jahre als Kurklinik betrieben worden.



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Bilder in ungewöhnlicher Technik und in ungewöhnlicher Größe

Bad Kissingen (svd) Mit 27 Werken des Kissinger Malers Lothar Gärtner kam schon Anfang Juni der Sommer in Hotel Kaiserhof Victoria. Alle Bilder in seiner eigenen Krakelier-Technik („Das Verfahren ist mein Geheimnis“) zeigen fantasievolle Baum- und Waldlandschaften, deren leuchtenden Farben sommerliche Wärme ausstrahlen. „Der Sommer hat ein Zuhause“ heißt deshalb seine Ausstellung, die noch bis 31. August gezeigt wird. Seit einem Jahr hat sich Gärtner auf die neue Krakelier-Technik spezialisiert, die mit ihren aufgebrochenen und rissigen Farben eine gewisse Dreidimensionalität vorspielt. Eindrucksvoll ist dies auf zwei besonders großen Bildern (2mal 1,60 Meter) zu erkennen. Gärtner: „Bilder dieser Größe habe ich noch niemals in einer Ausstellung gezeigt.“ Doch nicht nur die Farbschichten seiner Gemälde sind gebrochen.“ Zerstörung und Schönheit gehören für mich zusammen.“ Denn aus Zerstörtem könne man immer wieder etwas Schönen und Neues gestalten, sagt der Künstler. Demonstrativ deutet er dabei auf sein Bild „Glaube-Liebe-Hoffnung“, das er vor zwei Jahren auf der skandalumwitterten Ausstellung „Eros und die Gottesfrage“ gezeigt hatte. Dieses Gemälde hat er inzwischen kunstvoll „zerstört“, indem er die drei Säulen vergrößert und mit positiveren Farben übermalt, das Metallkreuz entfernt und eine zerbrochene Tonscherbe an dessen Stelle eingefügt hat, der er mit aufgemalter bunter Landschaft zu neuer Schönheit verholfen hat. Das beste Bild der Ausstellung sei für ihn selbst aber eines der beiden großformatigen, erzählte Gärtner Hoteldirektor Christian Weghofer (links). „Hier sind mir die Farben besonders gut gelungen.“ Es sei Ihm auch relativ schnell von der Hand gegangen. „Die schnellsten Bilder sind die geilsten“, ist er noch immer begeistert. Denn dann kämen die eigenen Gefühle am besten zum Ausdruck. Langes Überlegen schade der eigenen  Kreativität.



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Einstieg ins Tagungsgeschäft
Weitere Investitionen in das Hotel „Kaiserhof Victoria“
– Hoher Anspruch für die Zukunft


Bad Kissingen. Der Geschäftsführer des Hotels „Kaiserhof Victoria“, Christian Weghofer, hat einen hohen Anspruch. Er möchte das Haus zu einer der ersten Adressen am Platze machen. Um dies zu erreichen, investiert der Eigentümer derzeit in ein weiteres Standbein: das Tagungsgeschäft.

Seit etwas über einem Jahr ist das Hotel „Kaiserhof Victoria“ auf dem Markt. Haupt-Zielgruppen sind der selbstzahlende Kurgast, der etwas für seine Gesundheitsvorsorge tun möchte, der reine Urlaubsgast sowie Gäste, die auf die Bereiche Wellness und Kosmetik Wert legen.

Für 150 Teilnehmer
Nun will das Haus offensiv ins Tagungsgeschäft einsteigen und lässt sich das vorerst gut 100 000 Euro kosten. Derzeit entstehen in den ehemaligen Therapieräumen des Seitenflügels zu den bestehenden zweien sieben neue Tagungsräume, einer davon für rund 150 Personen. Hinzu kommt die entsprechende technische Ausstattung. „Mangels Werbung, Räumlichkeiten und Verkauf hatten wir bisher kaum Tagungen“, so Geschäftsführer Weghofer. Doch seit vier Monaten verfügt das „Kaiserhof Victoria“ über einen eigenen Verkäufer, der mit dem Hotel und seinen demnächst bestehenden Tagungsmöglichkeiten offensiv auf den Markt geht.

Verhandlungen
Schon wegen der Größe des Hauses, es bietet derzeit in allen vier Gebäuden zusammengerechnet 220 Betten, müsse man ins Tagungsgeschäft einsteigen, sagt Weghofer. Er ist der Meinung, dass mit Tagungen ein gutes Geschäft zu machen sei. „Wir stehen mit mehreren Unternehmen in Verhandlungen“. Im Jahresdurchschnitt 2009 war das „Kaiserhof Victoria“ zu rund 50 Prozent ausgelastet. Das führt darauf zurück, dass im 1. Halbjahr 2009 kein Marketing gemacht wurde. Doch inzwischen sehe das Haus mit seinen 50 Mitarbeitern einer gesicherten Zukunft entgegen.

Trinkkuren
Das Hotel „Kaiserhof Victoria“ wirbt nicht nur mit dem historischen Ambiente des Hauses, sondern auch mit dem Flair Bad Kissingens. Auch die ortsgebundenen Heilmittel werden berücksichtigt. Seit 1. Januar 2010 hat das Hotel eine eigenen Ärztin. Praxisschwerpunkte sind neben der orthopädischen Schmerztherapie Trinkkuren mit den Kissinger Quellen bei funktionellen Störungen des Magen-Darm-Traktes. Zum Angebot der Privatpraxis kommen unter anderem noch Manuelle Therapie und Atlastherapie bei Kindern, Kiefergelenksbehandlungen sowie Chinesische Akupunktur hinzu. Viel Geld hat der Eigentümer auch in die Wellness-Abteilung gesteckt. Die ehemalige Klinik-Atmosphäre ist dort nicht mehr auszumachen.

Zugpferd Kultur
Die Bad Kissinger Kulturereignisse werden ebenfalls gezielt vermarktet. Er habe Stammgäste, die drei bis vier Mal im Jahr für ein bis zwei Wochen anreisen, um die Angebote wie den „Kissinger Sommer“ wahrzunehmen. Nicht zuletzt will Christian Weghofer auch die Einheimischen ansprechen. Zum Beispiel über das Restaurant oder hauseigenen Veranstaltungen. Nun hofft Geschäftsführer Weghofer auf weitere Investitionen. Vor allem in die Gästezimmer des Haupthauses. Als einen weiteren Schritt, um dem selbst gestaltetem Anspruch gerecht zu werden.